Eine Einführung in die Impaktforschung
Überschallimpakte: Ein fundamentaler geologischer Prozess

Die Bildung von Impaktkratern ist für die Produktion und Konservierung von weltweit bedeutenden Rohstoffablagerungen verantwortlich (z.B. Nickel-Kupfer-Erze in Sudbury, Kanada, Diamanten in Popigai, Russland, Gold in Vredefort, Südafrika, oder Kohlenwasserstoffe in dem Ek-Ölfeld der Campechebank, Golf von Mexiko). Und zumindest eine Kollision, der Chixulub-Impakt vor 65 Millionen Jahren, hat eine Massenextinktion an der Kreide-Tertiärgrenze verursacht.
Die ständige Verformung der Erdoberfläche durch Plattentektonik und Erosion hat jedoch die meisten Zeugnisse der Impaktgeschichte vernichtet. Nichtsdestotrotz sind 176 Impaktstrukturen bis 2008 auf der Erde identifiziert worden, und diese Zahl wächst stetig (http://www.unb.ca/passc/ImpactDatabase/). Zusätzlich ist eine kleine Zahl von Ejektalagen bekannt, mit der Kreide-Tertiärgrenze als bekanntestes Beispiel.
Es muss betont werden, dass Überschalleinschläge eine gewisse Bedrohung für die Zivilisation darstellen. Deshalb werden systematische Suchprogramme für potentiell gefährliche Projektile (Near-Earth-Objects NEOs, http://neo.jpl.nasa.gov/ca/) durchgeführt, und Projekte, die Abwehrmethoden für bedrohliche NEOs evaluieren, werden derzeit verfolgt. Der 15 m große Meteoritenkrater, der am 15. September in Carancas, Peru, gebildet wurde, führte deutlich die Allgegenwärtigkeit dieses Prozesses vor Augen. Der Impaktprozess und Impakt-induzierte Auswirkungen auf die Umwelt sind bedeutende Forschungsthemen, nicht nur aus den obengenannten Gründen, sondern auch unter dem Gesichtspunkt möglicher technischer Errungenschaften, da die extremen Zeit- und Energieskalen von Überschalleinschlägen spezielle technische Verfahren in der Versuchsdurchführung und anspruchsvolle numerische Kodes für die Modellierung verlangen.
